Poster
Holler, Judith
BEATTIE, Geoffrey
(University of Manchester, Manchester)
Listeners’ thinking reflected in speakers’ gestures
Two experimental studies were conducted to investigate whether and how speakers use representational hand gestures in association with verbal ambiguity. In Study 1, participant and experimenter interacted verbally while in Study 2 participants were asked to produce narratives for a passive listener. The results showed that speakers do use hand gestures in order to disambiguate what they are saying. Furthermore, in many instances, the gestures seemed to allow the speaker to comply with Gricean maxims and thus to form part of the speaker’s repertoire of cooperative behaviours used in talk. Overall, the findings revealed that the gestures the speakers used were clearly intended for the interlocutors and thus that gesture production is embedded in social context. Two additional studies were conducted to test further how gesture use is affected by social processes. In both experiments participants had to communicate with ‘knowing’ as well as ‘unknowing’. Results showed that gestures are significantly less frequent and less elaborate when speakers talk to interlocutors with whom they share common ground. Gestures thus seem to be recipient designed. The investigations support the notion of a close tie between a speaker’s communicational intent, anticipation of the interlocutor’s thinking and gesture use.
Sprecher-gesten reflektieren Zuhoerer-denken
Zwei Studien wurden durchgeführt um zu testen ob und wie Sprecher Gestik im Zusammenhang mit verbal doppeldeutiger Sprache benutzen. In Studie 1 interagierten Proband und Versuchsleiter verbal, während Probdanden in Studie 2 Erzählungen für einen passiven Zuhörer produzierten. Die Ergebnisse zeigten, dass Sprecher in der Tat Gestik benutzen um ihr Gesprochenes eindeutig zu machen. Darüber hinaus schienen die Gesten dem Sprecher in vielen Fällen zu erlauben Grice’sche Maxime zu befolgen und daher Teil des Repertoires an kooperativen Verhaltensweisen eines Sprechers zu sein. Alles in allem haben die Ergebnisse deutlich gemacht, dass die Gesten, die die Sprecher benutzten, eindeutig für die Zuhörer bestimmt waren. Zwei zusätzliche Studien wurden durchgeführt, um weiter zu testen auf welche Weise soziale Prozesse Gestik beeinflussen. In beiden Experimenten kommunizierten Sprecher mit „wissenden“ und „nichtwissenden“ Gesprächspartnern. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass Gesten signifikant weniger häufig vorkommen und weniger ausgearbeitet sind, wenn Sprecher mit Gesprächspartnern kommunizieren von denen sie wissen, dass sie eine gemeinsame Wissensbasis mit ihnen haben. Gesten scheinen daher auf den Empfänger abgestimmt zu sein. Die Studien unterstützen die Vorstellung einer engen Verbindung der kommunikativen Absicht eines Sprechers, dessen Antizipation des Denkens des Gesprächspartners und Gestikbenutzung.